FDP Ortsverband Reinbek

Kultur in Reinbek

Kulturelle Vielfalt gegen Finanzprobleme

Bernd Uwe Rasch
Bernd Uwe Rasch
Bedingt durch die Vorstellung des Reinbeker Kulturprogramms für die kommende Saison in der örtlichen Presse, beschäftigen sich wie jedes Jahr zahlreiche Reinbeker mit dem Thema staatlich organisierter Kultur und den damit verbundenen Kosten. Die zwei relevanten Abschnitte im Haushalt 2008 weisen aus, dass der staatlich organisierte Kulturbetrieb in Reinbek jährlich ein Minus von mehr als 700.000,- € erwirtschaftet. Der Versuch, durch die Betrachtung einzelner Haushaltspositionen das Defizit klein zu reden, belegt, wie gering das Bewusstsein für die finanzielle Verantwortung bei einigen Handelnden ausgeprägt ist, ändert aber nichts an der tatsächlichen Dimension des Defizits. Um es klar zu sagen: Reinbeks Kulturangebot ist qualitativ hochwertig, diese Qualität ist ohne ein Defizit nicht darstellbar. Die Höhe des Defizits ist allerdings nicht gottgegeben. Aufgabe der Kommunalpolitik muss es sein, die Lebensqualität in Reinbek zu erhalten und wenn möglich kontinuierlich zu steigern. Dies gilt auch für das kulturelle Angebot der Stadt. Ob dazu ein staatlich organisierter Kulturbetrieb erforderlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Das Beispiel Filmring Reinbek beweist, dass kulturelle Angebote auch ohne staatlichen Einfluss erfolgreich organisiert werden können.
Die Organisation des Kulturbetriebes durch mehrere Trägervereine und z.B. eine gemeinnützige GmbH würde sicher weiterhin staatliche Zuschüsse nach sich ziehen, allerdings mit Sicherheit in einem deutlich geringeren Umfang als heute.
Zusätzlich wäre mit einer wesentlich größeren kulturellen Vielfalt als heute zu rechnen. Nicht nur Schiller und Dürrenmatt – auch ein Heavy Metal Konzert ist Kultur. Ein breit gefächertes kulturelles Angebot, mit dem sich auch die Auslastung unseres Sachsenwaldforums wesentlich verbessern ließe, fehlt fast völlig. Das zurzeit staatlich organisierte Kulturprogramm orientiert sich an einer klassischen Definition des Begriffs der Kultur. Dadurch wird Kultur in Reinbek nur noch für eine immer kleiner werdende Elite erlebbar. Selbst zum Schnäppchenpreis von 2,- € finden sich z.B. kaum Reinbeker Jugendliche, die ein Angebot des uns verordneten Kulturprogramms wahrnehmen. Das kulturelle Leben in Reinbek sollte den Interessen aller Reinbeker gerecht werden. Dazu können gehobenes Sprechtheater, aber eben auch andere aktuelle Formen des kulturellen Schaffens gehören. Warum sollen Michael Mittermaier oder die Wise Guys nicht auch in Reinbek auftreten, und wer hat etwas gegen einen Nachwuchsbandwettbewerb?
Mit geringeren Kosten für Reinbeks Stadtkasse bereichert kulturelle Vielfalt das Leben der Reinbeker Bürger, eine Neuorganisation des Kulturbereichs ist dazu jedoch unerlässlich. Wir Reinbeker sind aufgerufen, uns mit Ideen zu beteiligen.



Bernd Uwe Rasch
FDP Reinbek


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