- FDP Ortsverband Reinbek

Flächenentwicklung

Bauwut stoppen, Flächen behutsam entwickeln!

Bernd Uwe Rasch
Bernd Uwe Rasch
Reinbek, den 12.09.2012. Die sogenannte Rahmenplanung Schönningstedt, die in der Endstufe eine Vergrößerung der Wohnbaufläche um mehr als 50 % für diesen Ortsteil vorsah, ist glücklicherweise vorerst vom Tisch. Aktuell bestehen zurzeit drei Bebauungspläne für Wohnbebauung in Alt-Reinbek, bei denen sofort mit den Baumaßnahmen begonnen werden kann. Drei weitere Bebauungspläne für Wohnbebauung in Reinbek befinden sich im Aufstellungsverfahren. Aus Sicht der Reinbeker Liberalen ist nun der Zeitpunkt gekommen, mit weiteren Planungen inne zu halten und sich intensiv Gedanken über die gewünschte weitere Entwicklung Reinbeks im Bereich der Wohnbebauung zu machen. Daher begrüßen wir es ausdrücklich, wenn demnächst die Reinbeker Verwaltung Ihre bisherigen Überlegungen zu diesem Thema vorträgt. Ungebremste Bauwut und überbordende Pläne zu Neubaugebieten, die einige Fraktionen in der Vergangenheit immer wieder forciert haben, finden nicht unsere Unterstützung.
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Flächenentwicklung

Bauwut stoppen, Flächen behutsam entwickeln!

Bei den Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung der Wohnbauflächen in Reinbek müssen aus unserer Sicht die Auswirkungen umfassend geprüft werden. Ebenso ist eine Abstimmung mit den Nachbarkommunen erforderlich.
Folgende Aspekte sind bei weiteren Planungen unbedingt zu prüfen:

Welche Auswirkungen ergeben sich in Hinblick auf Bevölkerungsstruktur und soziale Bindungen?

Wie werden die Ökologie und das Bild Reinbeks als Stadt im Grünen beeinflusst?

Welche Verkehrsbelastungen ergeben sich aus den Planungen?

Welche finanziellen Folgen für die Stadt und die Bürger haben Neubaugebiete kurz-, mittel- und langfristig?

Die Interessen der bereits in Reinbek wohnenden Menschen sollten im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen.

Aus unserer Sicht kann eine vorurteilsfreie Beantwortung dieser Fragen nur dazu führen, dass äußerst behutsame Planungen für Reinbek vorgenommen werden und die Entwicklung in den bestehenden Quartieren Vorrang vor der Ausweisung von Neubaugebieten erhält.

Denn die von einigen Fraktionen vorgebrachten Begründungen für weiteres ungebremstes Wachstum stellen sich bei näherer Betrachtung als Scheinargumente heraus. Hier sei beispielhaft nur das beliebte Argument der Steuermehreinnahmen genannt.
Tatsächlich erhält Reinbek für jeden steuerpflichtigen Neubürger ca. 500,- bis 600,- Euro mehr Einkommenssteuer pro Jahr, hinzu kommen noch die zusätzlichen Einnahmen aus der Grundsteuer und geringfügige steuerliche Nebeneffekte für Reinbek aus dem Konsum vor Ort. Aber die Folgekosten durch Instandhaltung und Pflege von Straßen und öffentlichem Grund, durch Kindergärten und Schulen, sowie durch höhere Arbeitsbelastung in der Verwaltung übersteigen die Mehreinnahmen jedoch um ein Vielfaches.

Wie bereits ausgeführt, ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise erforderlich, daher stellen die finanziellen Folgen nur einen kleinen Teilaspekt dar. Entscheidungen sollten im Wissen um alle Gesichtspunkte getroffen werden.

Wir werden uns deshalb im Sinne des Leitbildes unserer Stadt für eine behutsame Weiterentwicklung Reinbeks unter Abwägung aller relevanten Aspekte einsetzen. Das im Leitbild formulierte Ziel des qualitativen Wachstums hat für uns Vorrang. Die Geltungssucht einiger weniger Kommunalpolitiker darf nicht durch ausufernde Neubaugebiete zur Unkenntlichkeit Reinbeks führen.

Bernd Uwe Rasch

FDP Fraktion Reinbek
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